Im Rahmen des ChemCycling-Projekts investierte die BASF 16 Millionen Euro in das Reifenpyrolyseölunternehmen Pyrum

Die BASF SE hat 16 Millionen Euro in die Pyrum Innovations AG investiert, ein auf Altreifen-Pyrolysetechnologie spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Dillingen / Saarland. Mit dieser Investition wird die BASF den Ausbau der Pyrol-Pyrolyseanlage in Dillingen und die weitere Förderung der Technologie unterstützen.
Pyrum betreibt derzeit eine Pyrolyseanlage für Altreifen, in der bis zu 10.000 Tonnen Reifen pro Jahr verarbeitet werden können. Bis Ende 2022 werden zwei Produktionslinien in die bestehende Fabrik aufgenommen.
Die BASF wird den größten Teil des Pyrolyseöls absorbieren und im Rahmen ihres Massenrecyclingprojekts im Rahmen der Massenbilanzmethode zu neuen chemischen Produkten verarbeiten. Das Endprodukt wird hauptsächlich für Kunden in der Kunststoffindustrie bestimmt sein, die nach hochwertigen und funktionellen Kunststoffen auf der Basis von recycelten Materialien suchen.
Darüber hinaus plant Pyrum den Bau weiterer Reifenpyrolyseanlagen mit interessierten Partnern. Die kollaborative Umgebung wird den Weg zur Verwendung der einzigartigen Technologie von Pyrum in der Massenproduktion beschleunigen. Zukünftige Investoren dieser Technologie können sicher sein, dass das produzierte Pyrolyseöl von der BASF absorbiert und zur Herstellung chemischer Hochleistungsprodukte verwendet wird. Daher wird die Zusammenarbeit dazu beitragen, den Kreislauf der Kunststoffabfälle nach dem Verbrauch zu schließen. Altreifen sind nach DIN EN ISO 14021: 2016-07 als Kunststoffabfälle nach dem Verbrauch definiert.
BASF und Pyrum erwarten, dass sie zusammen mit anderen Partnern in den nächsten Jahren bis zu 100.000 Tonnen Pyrolyseöl-Produktionskapazität aus Altreifen aufbauen können.
Die BASF setzt sich dafür ein, den Übergang der Kunststoffindustrie zu einer Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Zu Beginn der chemischen Wertschöpfungskette ist diesbezüglich die Ersetzung fossiler Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe die Hauptmethode. Mit dieser Investition haben wir einen wichtigen Schritt getan, indem wir eine breite Lieferbasis für Pyrolyseöl geschaffen und Kunden Produkte im kommerziellen Maßstab auf der Basis von chemisch recyceltem Kunststoffabfall angeboten haben.
Die BASF wird das Pyrolyseöl von Altreifen als zusätzlichen Rohstoff für gemischtes Kunststoffabfallöl verwenden, was der langfristige Schwerpunkt des chemischen Recyclingprojekts ist.
Produkte, die aus Pyrolyseöl nach der Massenbilanzmethode hergestellt werden, haben genau die gleichen Eigenschaften wie Produkte, die unter Verwendung wichtiger fossiler Ressourcen hergestellt werden. Darüber hinaus haben sie im Vergleich zu herkömmlichen Produkten einen geringeren CO2-Fußabdruck. Dies ist das Ergebnis der Life Cycle Assessment (LCA) -Analyse, die das Beratungsunternehmen Sphera im Auftrag der BASF durchgeführt hat.
Insbesondere die Ökobilanzanalyse kann beweisen, dass aus dieser Situation Polyamid 6 (PA6) hergestellt werden kann, bei dem es sich um ein Kunststoffpolymer handelt, beispielsweise zur Herstellung von Hochleistungsteilen in der Automobilindustrie. Im Vergleich zu einer Tonne PA6, die mit fossilen Rohstoffen hergestellt wurde, reduziert eine Tonne PA6, die mit Pyrum-Reifenpyrolyseöl nach der Massenbilanzmethode hergestellt wurde, die Kohlendioxidemissionen um 1,3 Tonnen. Die geringeren Emissionen resultieren aus der Vermeidung der Verbrennung von Altreifen.
Veröffentlicht am 5. Oktober 2020 in Lebenszyklusanalyse, Markthintergrund, Kunststoffe, Recycling, Reifen | Permalink | Kommentare (0)


Beitragszeit: 18.01.2021